Größeres Bild der Planetoiden Platte Größeres Bild der Planetoiden Platte

Planetoiden (Kleinplaneten)

Zwischen der Mars- und der Jupiterbahn umkreisen unzählige Himmelskörper die Sonne, von denen nur wenige größer als 100 km sind. Aufgrund ihrer geringen Größe nennt man diese Objekte auch Kleinplaneten. Der größte dieser Kleinplaneten ist Ceres mit knapp 1000 km Durchmesser. Damit ist Ceres im Hagener Planetenmodell kleiner als ein Stecknadelknopf. Weitere Planetoiden sind (der Größe nach) Pallas, Juno und Vesta. Man kann sich die Planetoiden in Größe und Form wie Felsbrocken vorstellen, die allerdings nur locker zusammenhalten und keinesfalls so fest und kompakt sind. Das zeigt sich u.a. daran, dass die größeren Planetoiden tiefe Einschlagkrater besitzen (s. Foto des Planetoiden Ida).

Die ersten Planetoiden wurden mühsam durch Fernrohrbeobachtungen und den gleichzeitigen Vergleich mit Sternkarten entdeckt. Durch die Einführung der Fotografie vereinfachte sich das Verfahren wesentlich. In heutiger Zeit laufen mittels Einsatz von Computern Beobachtungsprogramme, die Planetoiden vollautomatisch entdecken. Das größte dieser Projekte namens LINEAR hat in den vergangenen zehn Jahren mehr als 95% aller bekannten Planetoiden entdeckt.


Kleinplanet Ida mit Einschlagkratern. Courtesy NASA/JPL-Caltech.

Vor einigen Jahren nahm man an, dass die Planetoiden die Überreste eines Planeten sind, der mit einem anderen kosmischen Körper kollidiert und zerbrochen ist. Die Gesamtmasse der im Kleinplaneten-Gürtel vorhandenen Körper ist jedoch sehr viel geringer ist als die des Erdmondes, weshalb man diese Theorie verwarf. Neuere Erkenntnisse durch die Unterstützung von Computer-Simulationen besagen, dass die Planetoiden Reste aus der Entstehungsphase des Sonnensystems sind. Die Kleinplaneten wurden durch die Gravitation des massiven Jupiters an der Bildung eines größeren Planeten behindert, kollidierten immer wieder mit einander und zerbrachen in kleinere Stücke.

Seit den 1990er Jahren sind eine Reihe von Sonden-Missionen zu Planetoiden gestartet. So erreichte die japanische Sonde Hayabusa 2005 den Asteroiden Itokawa und soll von dort sogar Gesteinsproben zur Erde bringen.

Der zuerst entdeckte Planetoid war Ceres. Sie wurde in der Neujahrsnacht des Jahres 1801 von Giuseppe Piazzi in Palermo (Sizilien) gefunden und von ihm nach der römischen Göttin des Ackerbaus benannt. Kurze Zeit später verlor man die Ceres aus den Augen. Der Mathematiker Carl Friedrich Gauß entwickelte eine theoretische Methode, um sie wieder aufzufinden. Die Wiederentdeckung geschah dann im Dezember 1801.

Kleinplaneten im Hagener Planetenmodell

Der Kleinplaneten-Gürtel wird im Hagener Planetenmodell durch eine Bronzeplatte im Volkspark dargestellt. Sie hat einen Abstand von 350 Meter zum Rathaus und wurde erst 1998 knapp fünf Jahre nach dem Tod von Walter K. B. Holz installiert. Daher stellt die Planetoiden-Tafel bislang das neueste Element des Planetenmodells dar.

Aktuellste Zahlenwerte:
Neuere Schätzungen der Anzahl der Kleinplaneten zwischen der Mars- und der Jupiterbahn gehen von einer Million Planetoiden aus, mehr als 200000 davon sind bekannt.

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